Waldgarten anlegen, worauf kommt es an?

Ein Waldgarten imitiert ein natürliches Waldökosystem. Allerdings werden anstelle der Waldbäume auch viele essbare Pflanzen gepflanzt. Die Natur wird nachgeahmt und gleichzeitig wird menschliche Nahrung erzeugt. Da sich ein Waldgarten ähnlich einem natürlichen Wald selbst reguliert und geschlossene Kreisläufe bildet, macht er sogar verhältnismäßig wenig Arbeit!

Würde man in Mitteleuropa einen Acker oder eine Wiese über längere Zeit brach liegen lassen, würde hier nach und nach Wald entstehen. In einem Waldgarten wird folglich mit der Natur gearbeitet, anstatt gegen sie. Denn in der Landwirtschaft und auch im Garten wird der Boden häufig umgegraben, um die natürliche Sukzession zu unterbinden, wodurch der Anbau von einjährigen Pflanzen ermöglicht wird. Ein Waldgarten basiert hingegen auf mehrjährigen Pflanzen und bietet viele spannende Alternativen für die gängigen Getreide-, Wurzel- und Gemüsekulturen.

Und die Natur bietet Nahrung zu jeder Jahreszeit! Viele Menschen haben heutzutage vergessen, wie viele wertvolle essbare Pflanzen in der Natur wachsen. Eine gesunde Diät, hierin ist sich die Wissenschaft heute einig, besteht aus einer sehr vielfältigen und vitalstoffreichen Ernährung. Kräuter, Beeren, Obst, Nüsse, Wurzeln und Pilze sind demnach eine Grundlage für ein gesundes Leben. Entdecke selbst die Vielfalt der essbaren Pflanzen, welche in unserem Klima wachsen können in unserem ausgewählten ackerbaum Sortiment, denn wir sind spezialisiert auf die besten essbaren und nützlichen Pflanzen für Deinen Waldgarten.

Was ist ein Waldgarten?

In einem Waldgarten werden Lebensmittel in verschiedenen Lagen produziert, ähnlich dem natürlichen Aufbau eines Waldes:

Angefangen bei der oberen Kronenschicht, wo insbesondere Nüsse und Hochstammobst eingesetzt werden können. In der darunter liegenden mittleren Kronenschicht können andere Obstgehölze und hohe Sträucher ihren Platz finden. Darunter wiederum befinden sich kleinere Sträucher in der Strauchschicht. Bodennah wachsen Stauden und Kräuter in der Krautschicht sowie eine sehr flach wachsende Schicht von Bodendeckern, wie beispielsweise Walderdbeeren. Weiterhin gibt es noch eine vertikal wachsende Schicht der Kletterpflanzen. Die Schicht der Wurzelpflanzen kann sogar unterirdisch noch Nahrung erzeugen. Weiterhin können noch essbare Pilze als weitere Komponente integriert werden.

Es gibt unterschiedliche Methoden und Herangehensweisen, um einen Waldgarten anzulegen. Im Folgenden werden drei Möglichkeiten grob skizziert:

1. Waldrand

Eine Herangehensweise ist es, einen Waldrand zu imitieren, da hier natürlicherweise eine hohe Pflanzenvielfalt wächst. Wird ein Waldgarten ähnlich einem Waldrand vielschichtig und strukturreich aufgebaut, können diverse gesunde Lebensmittel auf naturnahe Art und Weise erzeugt werden. Viele der gängigen Obstgehölze kommen tatsächlich auch natürlicherweise in Waldrändern vor.

2. Klimaxwald

Eine andere Möglichkeit einen Waldgarten anzulegen ist es einen Klimaxwald nachzuahmen, in welchem beispielsweise große Nussbäume als obere Kronenschicht dominieren. Hier können dann in den eher schattigen darunterliegenden Schichten passende schattenverträgliche Pflanzen wachsen, oder auch Pilze kultiviert und/oder Tiere gehalten werden.

3. Mosaik

Ein mosaikartiger Aufbau des Waldgartens ist ebenfalls eine gängige Methode, in welcher Lichtungen, ein geschlossenes Kronendach und diverse Waldrandzonen sich miteinander verweben. Auf Lichtungen können weiterhin einjährige Kulturen angepflanzt werden. Ein so komplex aufgebauter Waldgarten bietet durch die verschiedenen Lichtverhältnisse sehr viele ökologische Nischen und kann sich zu einem sehr produktiven essbaren Waldökosystem entwickeln.

Grundsätzlich ist es bei den verschiedenen Methoden einen Waldgarten zu pflanzen wichtig, dass auf die verschiedenen Standortansprüche der Pflanzen geachtet wird. Welche Pflanze für den jeweiligen Boden geeignet ist, wieviel Licht sie benötigt und wieviel Wuchsraum sie braucht. Denn während es beispielsweise viele schattenverträgliche Stauden gibt, sollten sonnenliebende Stauden, wie beispielsweise Artischocken oder Spargel, nicht als Krautschicht in einem ausgewachsenen Waldgarten mit geschlossenem Kronendach verwendet werden. Auch die Wuchsgeschwindigkeit ist ein wichtiger Faktor. Ein Nussbaum braucht beispielsweise sehr lange, bis er ausgewachsen ist. In der Zwischenzeit können noch schnellwachsende Pioniere angepflanzt werden, um dem Nussbaum Windschutz und ein günstiges Mikroklima zu bieten und den Boden weiter aufzubauen. Zudem können zu Beginn ebenfalls einjährige und/oder sonnenliebende Kulturen mitgepflanzt werden.

Der Waldgarten ist demnach ein Zusammenspiel aus Mensch und Natur. Durch Planung, Pflanzung und Pflege – vor allem durch Pflanzenschnitt – kann sich ein Waldgarten mit der Zeit entwickeln und zu einem mehrlagigen essbaren Ökosystem heranwachsen. Er ist dabei nie statisch, sondern befindet sich stets in Entwicklung. Die Aufgabe des „Waldgärtners“ ist es, ein möglichst harmonisches Wachstum zu fördern, indem der Boden idealerweise zu jeder Zeit mit Biomasse oder durch wachsende Pflanzen bedeckt ist, alte und kranke Pflanzenteile entfernt werden und durch gezielte Selektion und Pflanzenschnitt alle erwünschten Pflanzen sich optimal entwickeln können.

Wann ist ein Waldgarten sinnvoll?

Ganz Mitteleuropa würde natürlicherweise überwiegend bewaldet sein. Die westliche Zivilisation hat den Wald allerdings für die industrielle Revolution, die einjährige Landwirtschaft und die moderne Infrastruktur abgeholzt. Da das natürliche Ökosystem in Mitteleuropa eigentlich der Wald wäre, andererseits der Mensch jedoch hier leben und sich ernähren will, ist das Konzept des Waldgartens sehr vielversprechend. Waldgärten können in Privatgärten, in den Städten und auch als landwirtschaftliche Methode, um Lebensmittel naturnah zu erzeugen, angepflanzt werden.

Je nach Projektgröße und Zielsetzung können Waldgärten sehr unterschiedlich gestaltet werden. – Die gute Nachricht: Ein Waldgarten lässt sich auch auf kleinen Flächen umsetzen!

Ein privater Waldgarten kann beispielsweise einen höheren Grad der Selbstversorgung ermöglichen. Viele Menschen erkennen derzeit den hohen Wert einer möglichst dezentralen und lokalen Lebensmittelversorgung. Zudem bieten Waldgärten die Möglichkeit sehr vitalstoffreiche und gesunde Lebensmittel ganzjährig aus dem eigenen Garten zu ernten. – Und selbst gepflückte Beeren, Früchte oder Nüsse schmecken doch am besten!

Waldgärten können auch als Gemeinschaftsprojekt gestaltet sein und soziale Begegnungsorte in einer vielfältigen, essbaren Umgebung darstellen. Auf sämtlichen Grünflächen in Städten könnten essbare Pflanzen integriert werden und somit großflächige urbane Waldgärten entstehen. Gerade in Krisenzeiten sind Städte besonders anfällig für Versorgungsengpässe, weshalb der Ansatz von der „essbaren Stadt“ sehr sinnvoll ist. Eine Vielzahl von Gehölzen in Städten sorgt zudem für ein sehr positives, kühleres Mikroklima. Und auch ästhetisch gesehen bietet eine grüne Stadt einen wesentlich attraktiveren Lebensort.

In der Landwirtschaft kann sowohl mit Agroforstsystemen im größeren Stil gearbeitet, als auch mit Konzepten von essbaren Waldgärten experimentiert werden.

Eine zunehmende Bedeutung hat auch die Betrachtung einer post-fossilen Landwirtschaft. Die Frage ist, inwieweit sich unser heutiger technologischer Standard halten lässt. Wenngleich es natürlich wünschenswert wäre, dass wir auch zukünftig einen hohen Lebensstandard behalten, ist es gleichzeitig durchaus vorausschauend, möglichst viele essbare Landschaften zu etablieren. Schon die Pandemie hat gezeigt, dass die Regale im Supermarkt auch einmal leer sein können. Aller Voraussicht nach werden uns aufgrund der Klimakrise jedoch noch ganz andere Zustände erwarten. Für den Fall, dass wir oder unsere Kinder eines Tages nicht mehr auf unsere globalisierte Versorgung zurückgreifen können, wären intakte Ökosysteme mit möglichst viel Nahrungsangebot überlebenswichtig.

Allerdings sind unsere Ökosysteme – global und auch in Deutschland – schon sehr degradiert und leiden zudem unter dem Klimawandel. Daher stellt sich zusätzlich die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, möglichst viele anpassungsfähige (und essbare) Pflanzen anzupflanzen, auch wenn sie nicht ursprünglich aus Deutschland stammen. Bereits jetzt zeigt sich, dass viele der einheimischen Waldbäume bei zunehmenden Dürreperioden ernsthafte Probleme bekommen. Innerhalb von artenreichen Waldgärten kann die Nützlichkeit und Anpassungsfähigkeit von vielen verschiedenen Pflanzen zur Lebensmittelversorgung erprobt werden.

Zusammenfassend ist es in sehr vielen Fällen sinnvoll, Waldgärten zu pflanzen! Ob im eigenen Garten, in der Stadt oder auf dem Land. Sie eignen sich als reichhaltige Nutzgärten, soziale Begegnungsorte, für ein naturverbundenes Leben und bieten die Möglichkeit der Selbstversorgung.

Welche Vorteile bietet ein Waldgarten?

Ein Waldgarten kann sehr viele positive Effekte für die Natur und den Menschen haben. Durch eine arten- und strukturreiche Pflanzung ergeben sich viele ökologische Nischen für Vögel, Insekten, Reptilien, Amphibien und Säugetiere, sodass sich Waldgärten häufig zu Biodiversitäts-Hotspots entwickeln. Zudem ähnelt ein Waldgarten einem Wald auch in anderen Ökosystemdienstleistungen. Dazu gehört die Wasserfilterung, der Hochwasserschutz, der Erosionsschutz, die Sauerstoffproduktion sowie die Luftfilterung und -kühlung. Ebenso leistet ein Waldgarten einen Klimaschutzbeitrag durch die Bindung von CO2. Gerade das reichliche Nahrungsangebot ist in einem Waldgarten natürlich noch hervorzuheben. Hiervon profitieren Menschen und Tiere gleichermaßen. Denn wo mehr Früchte sind, sind auch mehr Blüten. Und dort gibt es auch viele Insekten, welche wiederum eine sehr wichtige Nahrungsgrundlage für viele andere einheimische Tierarten darstellen. Durch die hohe Artenvielfalt der Gehölze und Stauden werden ebenfalls viele Nützlinge angezogen, wodurch sich Schädlinge nicht so stark ausbreiten. Einheimische Wildpflanzen profitieren ebenfalls von einer so naturnahen Gartengestaltung.

Waldgärten können sich zu überaus produktiven Ökosystemen entwickeln. Beispielsweise die Inka-Hochkultur im Amazonasbecken entwickelten Waldgärten auf großer Fläche und versorgten hieraus Millionen von Menschen. Ganze Teile des Amazonas-Regenwaldes wurden durch die Inkas bewirtschaftet, allerdings im Einklang mit der Natur und den natürlichen Prinzipien eines Waldökosystems. Hieraus lohnt es sich für die westliche Zivilisation zu lernen, denn ohne die Grundlage von intakten Ökosystemen wird sich unsere Kultur als nicht tragfähig erweisen. Wir haben jedoch Lösungsansätze, das Wissen und die Möglichkeiten, um die Regeneration der Natur zu fördern. Ein wichtiger Lösungsansatz, von dem Mensch und Natur gleichermaßen profitiert, ist der Aufbau von vielen Waldgärten.

Glücklicherweise können Waldgärten nicht nur im Amazonasbecken sondern auch im eigenen Garten gepflanzt werden und dass sogar auf recht kleinem Raum. Schon wenige 100 m2 lassen sich vielschichtig, artenreich und essbar gestalten. Und tatsächlich ist ein Waldgarten vergleichsweise pflegeleicht. Schließlich muss er nicht immer wieder neu gepflanzt werden, wie etwa einjährige Gemüsekulturen. Zudem braucht er weniger Düngung, da die Pflanzen durch ihr Wurzelwachstum und den Laubfall für eine Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit sorgen. Natürlich kann durch gezielte Gründüngungen und Bodenverbesserung der Boden zu Beginn etwas aufgebaut werden.

Waldgarten gestalten

Jetzt bist Du vielleicht inspiriert, einen eigenen Waldgarten anzulegen und fragst Dich, wie man am besten anfängt? Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen wo und mit wem der Waldgarten gepflanzt und gepflegt werden soll. Denn von dem Standort und den persönlichen Zielsetzungen hängt die weitere Vorgehensweise ab.

Es ist einerseits natürlich möglich einfach loszulegen und den eigenen Garten Stück für Stück essbarer zu gestalten und immer weitere Ebenen des Waldgartens hinzuzufügen. Hierbei kann man gemeinsam mit dem System wachsen und dazu lernen. Glücklicherweise ist ein Waldgarten nicht statisch und wenn einzelne Pflanzen überwachsen werden oder nicht gut wachsen, kann man durch einen gezielten Pflanzenschnitt das Licht oder ungünstiges Wachstum regulieren.

Eine sinnvolle Vorgehensweise ist es, zunächst die Platzierung der größeren Gehölze gut zu planen. Denn diese bilden sowohl das optische Grundgerüst als auch den zukünftigen Schattenwurf. Es ist nützlich, einen Plan zu zeichnen, in welchem die auf der Fläche möglicherweise bereits vorhandenen Gehölze eingezeichnet werden. In alle Zwischenräume können Bäume, Sträucher sowie Stauden und Bodendeckern eingeplant werden – der Reihe nach von den größeren Gehölzen bis zu den kleineren Kräutern und Stauden.

Das Pflanzen von Gilden ist ebenfalls ein sehr gutes System, um einen gesunden Waldgarten zu entwickeln. Hierbei werden einzelne Obst- oder Nussgehölze gemeinsam mit nützlichen krautigen Pflanzen gepflanzt. Diese können dann beispielsweise unerwünschte Beikräuter unterdrücken, Nährstoffe akkumulieren oder einen zusätzlichen Ertrag erbringen. In unserer Baumschule erhältst Du viele geeignete Kräuter, Stauden und Knollen. Ein Beispiel für eine solche Gilde ist ein Birnenbaum, welcher gemeinsam mit Meerrettich oder Beinwell, Taglilien, Narzissen als Wühlmausschutz, sowie Luzerne oder Klee als Stickstoffbinder, gepflanzt wird.

Für einen gesunden Wuchs der meisten Obstkulturen und Stauden ist der Boden idealerweise humos und sollte Wasser und Nährstoffe gut speichern können. Ist dies im eigenen Garten nicht der Fall, kann der Boden mit Terra Preta und Kompost angereichert werden. Weiterhin können (essbare) Myhorrhiza-Pilze mit ins Pflanzloch gegeben werden, welche die Gehölze mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Wo der Boden nicht mit grünen Pflanzen bedeckt ist, kann er noch mit Holzhäckseln abgedeckt werden oder eine Gründüngung aus Klee (Trifolium spp.), Phacelia (Phacelia spp.) und anderen nützlichen Pflanzen wird ausgesät. Dies erhöht die Bodenfruchtbarkeit und sorgt dafür, dass der Boden feuchter bleibt.

Es ist weiterhin empfehlenswert, vor der Pflanzung zunächst einmal die Standortfaktoren zu betrachten. Es gibt unter den Pflanzen die Generalisten und die Spezialisten: während einige Pflanzen ganz spezifische Standortbedingungen erfordern, kommen viele Pflanzen auch mit einer größeren Bandbreite von Bodenbeschaffenheiten, Licht- und Wasserverhältnissen sowie anderen Faktoren zurecht. Um sich einen groben Überblick zu verschaffen, worauf bei der Artenauswahl zu achten ist, werden hier die wichtigsten Standortfaktoren aufgelistet.

Bodenbeschaffenheit und PH Wert

Je nachdem ob der Boden sandig, lehmig oder tonhaltig ist, eignen sich verschiedene Pflanzen für den Standort. Auch die Bodenfeuchte (von trocken bis staunass), sowie die Bodenstruktur (locker bis verdichtet) sind maßgebliche Faktoren für die richtige Artenauswahl. Weiterhin spielt der pH-Wert des Bodens eine wichtige Rolle, da einige Pflanzen beispielsweise sehr empfindlich auf kalkhaltige Böden reagieren, andere hingegen ein saures Milieu für einen gesunden Wuchs benötigen.

Sonnenlicht und Schatten

Es gibt sonnenliebende Pflanzen, andere bevorzugen Halbschatten. Manche wiederum können in sehr schattigen Lagen gut wachsen. Viele Pflanzen, wie beispielsweise Johannisbeeren oder Haselnusssträucher, wachsen gut im Schatten, tragen jedoch bei besseren Lichtverhältnissen mehr Früchte. Allerdings haben die meisten Pflanzen einen „idealen Beschattungsgrad“, denn auch in der vollen Sonne zu stehen bedeutet für viele Pflanzen Stress durch zu starke UV-Strahlung und steigenden Wasserverlust. Ein Waldgarten ist ein Spiel mit Licht und Schatten – durch Beobachtung kannst Du herausfinden, ob eine Pflanze gesund wächst, oder aber zu viel bzw. zu wenig Licht hat.

Wasserfluss

Je nachdem wo Pflanzen natürlicherweise wachsen, haben sie sich eher auf trockene, wechselfeuchte, feuchte oder nasse Standorte angepasst. Je nachdem, was der eigene Standort hergibt, können dementsprechend passende Arten ausgewählt werden. Allerdings sollte auch bedacht werden, dass der Boden durch eine Aufbesserung der Bodenstruktur sowie durch Humusaufbau wieder mehr Wasser speichern kann. Gerade zu Beginn ist es sinnvoll bei langanhaltender Trockenheit die Pflanzen zu bewässern. Wenn die Pflanzen gut angewurzelt sind, sollten sie langfristig durch eine standortgerechte Artenauswahl auch ohne Bewässerung gut wachsen.

Wind

Viele Obstgehölze, wie etwa Äpfel, Pawpaws oder Nashi-Birnen, tragen besser in einer windgeschützten Lage. Es gibt auf der anderen Seite auch Pflanzen, die mehr Wind gut vertragen. Hierzu gehört beispielsweise der Sanddorn, Weißdorn oder die Kornellkirsche. Durch die Pflanzung einer essbaren und möglichst ganzjährig blühenden Hecke kann ein Waldgarten idealerweise eingefriedet werden.

Waldgarten Beratung anfragen?

Bei der Pflanzenauswahl sollten alle wichtigen Faktoren bedacht werden. Der passende Standort, Geschmack, Ästhetik und andere persönliche Kriterien.

Wenn Du Dir in bei einzelnen Pflanzen oder der generellen Vorgehensweise nicht sicher bist, können unsere Berater Dir sicher weiterhelfen.

Zur Unterstützung bei der Artenauswahl, geben wir detaillierte Informationen zu den jeweiligen Pflanzen. Schau Dir beispielsweise die Aroniabeere Nero oder die Honigbeere Boreal Beauty an!

Du planst einen großen Waldgarten und brauchst umfassende Unterstützung von Anfang an? Wende Dich gerne an unsere Beratungsfirma Forest Farmers und wir schauen wie wir Dich untersützen können.

Die besten Pflanzen für den Waldgarten

Unsere Baumschule ackerbaum hat die passende essbare oder nützliche Pflanze für jeden Waldgarten. Wir haben Pflanzen für jeden Geschmack und für jeden Standort!

Doch welche Pflanzen sollten nun ausgewählt werden? Ein Waldgarten hat im Vergleich zu vielen anderen Gärten eine besonders hohe Artenvielfalt. Dementsprechend gibt es sehr viele Pflanzenarten, die potentiell gut für einen Waldgarten geeignet sind. Große Nussbäume wie Edelkastanien (Castanea spp.) oder die Herznuss (Juglans ailantifolia var. cordiformis) sind ebenso geeignet wie klassische Obstgehölze, wie etwa der Apfelbaum (Malus domestica) oder die Pflaume (Prunus domestica). Als Sträucher können Haselnüsse (Corylus avellana) oder Kornelkirschen (Cornus mas) integriert werden. Beim Beerenobst gibt es eine große Auswahl, z.B. Aroniabeere (Aronia spp.) oder auch die Honigbeere (Lonicera caerulea). Als Stauden und schattenliebende Bodendecker sind beispielsweise Taglilien (Hemerocallis spp.), Waldmeister (Gallium odoratum) oder Walderdbeeren (Fragaria vesca) geeignet. Weiterhin können Kletterpflanzen wie Kiwibeeren (Actinidia arguta), Wein (Vitis vinifera), oder Hopfen (Humulus lupulus) gepflanzt werden. Diese ranken dann auf die höheren Bäume, wodurch der Waldgarten ein märchenhaftes Ambiente erhält.

5 besondere Pflanzen für den Waldgarten

Die Auswahl an Pflanzen für einen Waldgarten ist sehr groß. Neben den bekannten Nuss- und Obstgehölzen und den gängigen Stauden besteht auch die Möglichkeit bisher unbekannte, jedoch sehr vielversprechende essbare und nützliche Pflanzen in den Waldgarten zu integrieren.

1. Herznuss

Die Herznuss (Juglans ailantifolia var. cordiformis) ist ein japanischer Nussbaum aus der Familie der Walnussgewächse mit herzförmigen Nüssen. Durch diese besonders schöne Form eignen sich Herznüsse ideal für Valentinstage oder als herzliches Geschenk. Der Geschmack ähnelt einer Walnuss, allerdings ist er etwas weicher und noch aromatischer. Sie wird bis etwa 15 m hoch und breit und entwickelt eine sehr formschöne rundliche Krone. Sie benötigt einen sonnigen Standort und sollte vorzugsweise in geschützter Lage wachsen. Generell ist die Herznuss robust und wenig anfällig für Krankheiten.

2. Pawpaw

Die Pawpaw (Asimina triloba) ist eine in Europa noch recht unbekannte Pflanze. Sie wird auch „Banane des Nordens“ genannt. Die exotisch schmeckende Frucht ist mit ihrem Bananen-Mango-Geschmack einzigartig und wächst gut im gemäßigten Klima! Nicht nur die Frucht, sondern auch das Laub der Pawpaw haben ein tropisches Flair. Die Blätter erinnern an die Blätter vom Kakao-Baum und besonders die gelbe Herbstfärbung ist malerisch. Es empfiehlt sich, einen geschützten und sonnigen Standort auszuwählen, da die Pawpaw gerne im Windschutz wächst. Der Boden sollte fruchtbar sein und genügend Feuchtigkeit ohne Staunässe haben. Mit einer Wuchshöhe von etwa 3-5 m ist die Pawpaw ein eher kleinwüchsiges Obstgehölz, ideal auch für den kleineren Garten. Es sollte darauf geachtet werden, dass sie im ausgewachsenen Waldgarten von größeren Bäumen nicht zu sehr beschattet wird, da sie an einem sonnigen bis leicht schattigen Standort die meisten Früchte trägt.

4. Ölweide

Die Ölweide (Elaeagnus umbellata) ist ein besonders vielversprechender Strauch mit einer Wuchshöhe von 4-5 m. Sie trägt vorzüglich leckere, saftig süß-saure Früchte und ist zudem auch noch ein Stickstoffbinder und wuchskräftiges Pioniergehölz! Sie ist überaus frosthart, schnellwüchsig und robust. Zu allem Überfluss freuen sich die Insekten über ihre Blütenpracht im April-Mai – die Ölweide ist eine wahre Bienenweide! Es folgt eine üppige Ernte der glänzend roten oder gelben Beerenfrüchte von September bis Oktober. Sie kommt mit vielen Bodentypen zurecht und kann auch auf nährstoffarmen Böden gut wachsen. Der Standort sollte sonnig bis licht halbschattig sein. Sie tolerieren Trockenheit und auch kärgere Sandböden. Die Ölweide hat anmutig silbrig glänzendes Laub und ist sehr wuchsfreudig. Gleichzeitig ist sie allerdings auch gut schnittverträglich und kann immer wieder in die gewünschte Wuchsform gebracht werden.

4. Kiwibeere

Die Kiwibeere (Actinidia arguta) kommt ursprünglich aus Asien. Die Früchte sind stachelbeergroß, glattschalig und grün bis rot-violett. Das Fruchtfleisch ist grün oder rot, je nach Sorte, es ist sehr saftig. Der Geschmack gleicht einer typischen Kiwi - süß, sauer, fruchtig! Sie eignen sich sehr gut für den Direktverzehr, allerdings auch für Marmelade, als Trockenfrüchte oder Chutney. Kiwibeeren sind reich an Vitamin C und auch an Vitamin E. Sie brauchen eine sonnige, windgeschützte Lage, denn sie vertragen keinen starken Wind. Als Kletterpflanze kann die Kiwibeere auch an Bäumen emporwachsen. Eine Möglichkeit ist es auch, die Kiwibeere in Kopfbäume zu pflanzen, welche dann etwa alle 5-7 Jahre wieder auf den Kopf zurückgesetzt werden. So bleibt die Kiwibeere auch gut zu beernten. Alternativ können Kiwibeeren auch gut auf anderen Rankgerüsten oder an Hauswänden eine greifbare Quelle für gesunde Kiwis in Beerenformat sein.

5. Beinwell

Der Beinwell (Symphytum officinalis) ist eine überaus nützliche Heilpflanze. Durch ihren dichten Wuchs unterdrückt diese Staude andere unerwünschte Beikräuter. Idealerweise wird der Beinwell direkt zu einem Obstgehölz gepflanzt. Er hat ein sehr tiefgehendes Wurzelwerk, wodurch er den Boden für den Baum oder den Strauch lockert und zudem Nährstoffe aus tieferliegenden Bodenschichten akkumuliert und durch den Blattfall – oder gezielten Rückschnitt – an den Oberboden abgibt. Hierdurch sorgt er dafür, dass der Boden rund um das Obstgehölz mit der Zeit immer fruchtbarer wird. Als Heilpflanze werden vor allem die Wurzeln verwendet. Sie haben eine abschwellende und schmerzlindernde Wirkung.

Beratung anfragen

Unsere Berater unterstützen Dich gerne bei der richtigen Pflanzenauswahl für Deinen Waldgarten. Sie können Dir auch noch weitere wertvolle Tipps geben.

Du planst einen großen Waldgarten und brauchst umfassende Unterstützung von Anfang an? Wende Dich gerne an unsere Beratungsfirma Forest Farmers und wir schauen wie wir Dich untersützen können.