Holunder - Sambucus nigra

Der Schwarze Holunder, Holder oder Holler stammt ursprünglich aus Europa, Nordafrika, Kleinasien bis in den Kaukasus und Westsibirien, vom Tiefland bis in Höhenlagen von 1500 m. Er wurde schon seit Jahrtausenden genutzt und seit Jahrhunderten kultiviert. Er wird bis zu 6 m hoch und breit, Fruchtsorten bleiben zum Teil kleiner.

Blütezeit: Mai bis Juli. Weiße Blütenfarbe.Es wird reichlich Pollen und wenig Nektar produziert. Die Bestäubung durch Insekten. Er ist eine gute Bienenweide und bietet Nahrung für Schmetterlinge. Weitestgehend selbstfruchtbar. Fremdbestäubung wirkt ertragssteigernd.

Pflanzabstand: 3.5-4 m zwischen den Pflanzen, 5-6 m Reihenabstand.

Frucht: Reife August bis September. 5-7 mm große kugelige, schwarz glänzende Steinfrüchte. Sie enthalten einen tiefroten und sehr stark färbenden Saft.

Unter sehr günstigen Umständen kann ab dem 4. Standjahr der Vollertrag etwa 20-25 kg pro Baum betragen. Die Früchte von wilden Holunderbeeren reifen unregelmäßig, die von Kultursorten gleichmäßig.

Der Holunder wächst auf verschiedenen Bodentypen, er bevorzugt feuchte Böden. Er ist recht anspruchslos, industriefest und mäßig salztolerant. Er gilt als Stickstoffzeiger. Für einen guten Fruchtertrag sollte der Boden frisch, stickstoff- und humusreich sein. Der pH-Wert sollte im neutralen bis leicht sauren Bereich liegen. Sonne bis Halbschatten. Er wächst zwar im Halbschatten sehr gut, für einen möglichst hohen Ertrag jedoch eher einen sonnigen Standort wählen. Er ist ein sehr winterharter Strauch, bis Winterhärtezone 5 (-28.8°C).

Schnittmaßnahmen: Der Holunder ist sehr gut schnittverträglich. Er muss nicht geschnitten werden, allerdings führt der Rückschnitt der alten Fruchtstände nahe der Basis von Jungästen (Fruchtasterneuerung) zu einem höherem Fruchtertrag. Beim Winterschnitt werden 12-15 kräftige Jungtriebe zu belassen (keine zu schwachen, steilen oder abgetragenen).

Verwendungszwecke: Die Früchte können entsaftet werden (Samen werden entfernt, zB. durch das Passieren der Früchte oder durch einen Entsafter). Weiterhin Likör, Wein, Marmelade, Gelee, Punsch, etc. aus dem Saft herstellen. Auch zum Beimengen mit Milchprodukten geeignet. Die frischen Blüten werden für „Holundersekt“ verwendet. „Gebackene Holunderblüten“ werden hergestellt, indem sie in Teig frittiert werden. Getrocknete Holunderblüten werden für Tees und homöopathische Mittel verwendet.