Mispelbaum - Mespilus germanica

Die Mispel stammt aus der Nordtürkei bis zum Kaukasus, bis nach Nordostpersien. Schon vor etwa 3000 Jahren wurde sie am Kaspischen mehr und in Babylonien kultiviert. 

Durch die Römer wurde sie vermutlich nach Mitteleuropa gebracht. Auch in hier war sie dann für lange Zeit eine geschätzte Obstart, vor allem aufgrund ihrer Reifezeit im späten Herbst/Winter. 

Als sie dann am französischen Hof als verpönt galt, aufgrund des obszönen Ausspuckens der Fruchtkerne, sank ihr Ansehen beträchtlich. Später geriet sie aufgrund der vielen neuen, importierten Früchte immer weiter in Vergessenheit. 

Sie wird etwa 6 m hoch und breit. Die Sorten bleiben jedoch meist kleiner. Sie wächst baum- oder strauchförmig und wird bis zu 70 Jahre alt.

Blütezeit ist im Mai, erst nach den letzten Spätfrösten. Sie ist eine sehr gute Bienenweide und ist selbstfruchtbar. Die Früchte reifen, wenn die ersten Fröste eintreten. Dann werden sie weich und man kann das musartige Fruchtfleisch genießen. Der Geschmack ist sehr aromatisch. Die Fruchtschale ist rostbraun. Wenn man sie vor der Vollreife erntet, muss man sie noch etwa 2-3 Wochen lagern, bis sie weich und essbar werden. Man kann sie entweder roh genießen, oder Fruchtleder, Gelee, Marmelade, Saft, Likör und dergleichen herstellen. 

Sie ist nicht besonders anspruchsvoll an den Boden, bevorzugt werden durchlässige, warme, trockene bis feuchte Böden. Sie liebt warme und sonnige Standorte, wachsen jedoch auch im Halbschatten. Sie mögen gerne kalkreiche Böden. Ihr natürliches Habitat sind Waldränder und Lichtungen sowie Trockengebüsche. 

Die Mispel trägt regelmäßig und gut (bis zu 30 kg pro Pflanze). Sie ist frosthart bis -23.3°C (Zone 6). Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig. Mispeln tragen endständig, weshalb ein zu häufiger Schnitt die Erntemengen verringern kann. Es gibt kaum Krankheiten oder Schädlinge, welche die Mispel befallen.