Wilde Rauke - Diplotaxis tenuifolia

Die Wilde Rauke oder wilder Rucola ist eine Köstlichkeit und sollte in keinem essbaren Garten fehlen! Jeder kennt den Rucola als Salat, Beilage oder auf der Pizza in italienischen Restaurants. Sie wird seit der Römerzeit kulinarisch genutzt. Die etwa 50 cm hoch werdende Staude ist äußerst robust und wird seit jeher wegen seiner aromatisch-scharfen Blätter in der Küche geschätzt. Die anspruchslose Pflanze kommt in der Natur auf kargen Weiden oder in Mauer- und Steinritzen vor. Ab Mai bis Juni erscheinen ihre kleinen gelben Blüten. Sie verwöhnen uns mit ihrem schönen Anblick und die Bienen sowie viele andere Bestäuber mit Nektar und Pollen.

Die wilde Rauke ist eine typische Salatpflanze. Die Struktur der Blätter ist etwas filigraner und kräftiger als die der Salatrauke. Die wilde Rauke hat eine knackig-frische Textur und der Geschmack ist etwas schärfer und aromatischer. Sie schmecken hervorragend pur als Salat oder in Kombination mit Tomaten, am besten mit knackigen Cocktailtomaten. Aber auch im Pesto macht sich die Wilde Rauke hervorragend. Es gibt kaum ein Gericht, das die Wilde Rauke nicht verfeinern würde. Ein paar Blätter auf dem Risotto, auf der Gemüsepfanne, zum Sonntagsbraten oder auf der selbst gemachten Pizza runden das Gericht ab. Auch pur auf dem Butterbrot oder im Sandwich sind die Raukenblätter ein Genuss. Von Mai bis Juni lassen sich außerdem die hübschen kleinen gelben Blüten ernten, die als Dekoration auf Salate oder Hauptgerichte gegeben werden können. Die Blätter lassen sich die gesamte Vegetationsperiode hindurch ernten, auch wenn die Pflanze schon blüht. Ein höherer Ertrag lässt sich jedoch erzielen, wenn man die Pflanze alle ein bis zwei Wochen etwa 3 cm über dem Boden zurückschneidet und dabei das Herz aber unbeschädigt lässt. Die wilde Rauke ist ein hervorragender Pflücksalat und kann einem als Salat teilweise bis in den frühen Winter hinein Sommergefühle vermitteln.

Die Wilde Rauke kommt mit fast jedem Standort zurecht. Sie tritt als mediterrane Küstenpflanze häufig auf offenem Boden auf und fühlt sich auch auf sehr kargen, sandigen Böden wohl. Früher wurde sie sogar in Sand gepflanzt, welcher als Ballast in Schiffen mitgeführt wurde. Die Erde darf trocken sein, aber feuchte Boden sind für einen hohen Ertrag optimal. Die Wilde Rauke verwildert gerne durch Selbstaussaat aus den Gartenbeeten heraus und siedelt sich dauerhaft in Mauerritzen oder in Steinritzen auf Terrassen an. Sie fühlt sich wohl auf sonnigen Flächen auf der Südseite von Mauern, kann aber auch gut im Halbschatten gedeihen. Hier ist sogar mit einem höheren Ertrag zu rechnen als in der vollen Sonne. Es bietet sich an ein „Ertragsbeet“ im Halbschatten zu haben und die Pflanze sonst an sonnigeren Orten, zum Beispiel an der Südseite von Mauern verwildern zu lassen. Schädlinge sind für die Wilde Rauke kein Problem. Gelegentlich können kleine Fraßstellen durch Schnecken oder Erdflöhe entstehen. Die wilde Rauke ist frosthart und treibt jedes Frühjahr wieder aus. Nur sehr starke Kahlfröste können manchmal Schaden anrichten. Hier hilft es, immer ein paar Samen für eine Nachsaat parat zu haben oder einen warmen Standort für sie auszusuchen. Die Blüten stellen eine große Bereicherung für Bestäuber dar. So freuen sich Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Nachtfalter über die Nahrungsquelle.