Schlangenknöterich - Bistortia officinalis

Der Schlangenknöterich kann etwa 50 bis 80 cm hoch werden und mit seinen schlangenförmigen Rhizomen breite Horste bilden. Im Mai bis August schieben sich die hellrosa, ährenförmigen Blüten in die Höhe.

In Kriegszeiten wurden die Blätter in Deutschland gerne als Spinat gegessen. Die Wurzeln wurden im Herbst kleingehackt, über Nacht in Wasser eingelegt, um sie bekömmlich zu machen und anschließend wie Kartoffeln zubereitet. Sie sind reich an Stärke und enthalten viel Vitamin C. Auch machen junge Blätter im Salat eine gute Figur. Am besten schmecken sie vor der Blüte, später werden sie zunehmend bitter. Alle Pflanzenteile enthalten recht hohe Mengen an Oxalsäure und Gerbstoffe, weshalb sie nicht in zu hohen Mengen konsumiert werden sollte. In England wird der Schlangenknöterich (hier Pudding Dock genannt) für ein traditionelles Teiggericht (Dock Pudding) verwendet, das in Yorkshire beim „World Dock Pudding Championship“ die zentrale Rolle spielt. Als Magenmittel werden die Wurzeln des Schlangenknöterichs seit jeher gegen Durchfall eingesetzt.

Der Schlangenknöterich ist an seinen natürlichen Standorten ein typischer Zeiger für feuchte bis nasse sowie leicht saure Böden. Außerdem bevorzugt er einen Platz in voller Sonne, toleriert aber auch Halbschatten. Hier bleibt er lange als ausdauernde Pflanze erhalten und kann seine Rolle als wertvolle Insektenpflanze einnehmen.