Italienische Ochsenzunge - Anchusa azurea

Die Italienische oder Große Ochsenzunge (Anchusa azurea, früher auch Anchusa italica) ist eine mehrjährige, üppig und ausgiebig blühende Sommerstaude aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), die ursprünglich aus dem sonnigen Mittelmeerraum stammt. Ihren Verwandten Vergissmeinnicht und Borretsch sieht sie sehr ähnlich und ist wie sie eine ausgesprochene Bienenweide. Mit ihren leuchtend himmelblauen Blüten und ihren dunkelgrünen, behaarten Blättern ist sie eine Augenweide für jeden Garten. Der Gattungsname Anchusa stammt aus dem Griechischen „ankousa“ und bezeichnet ein Wurzelpigment, das früher zu kosmetischen Zwecken verwendet wurde. Der zweite Namensteil azurea bezieht sich auf das azur-blau der Blüten. Zahlreiche Sorten wurden für die Verwendung im Garten ausgewählt, von denen 'Loddon Royalist' mit dem Award of Garden Merit der Royal Horticultural Society ausgezeichnet wurde.

Die Blätter und jungen Triebe wurden früher gerne gedünstet, gekocht oder gebraten als Blattgemüse verzehrt. Außerdem wird ihr eine hustenstillende, harn- und schweißtreibende Wirkung zugeschrieben. Die Blüten und Blätter können während der Blütezeit geerntet und für spätere Verwendung getrocknet werden. Das getrocknete und pulverisierte Kraut wird als Umschlag zur Behandlung von Entzündungen verwendet. Bei innerer Anwendung und Verzehr ist Vorsicht geboten, da die Pflanze giftige Alkaloide enthält, die eine lähmende Wirkung haben können und Leberkrebs verursachen können. Dies vor allem bei regelmäßigem, hohem Verzehr. Kleine Mengen, sind vermutlich unkritisch, die Entscheidung liegt aber bei jeder Person selbst. Die Blüten sind aber in einem Salat oder auf Kuchen und Desserts eine hübsche und leckere Dekoration.
Die Große Ochsenzunge erreicht eine Wuchshöhe von 1- 1,5 m und wird circa 40- 60 cm breit. Sie blüht ausdauernd und üppig von Mai/Juni bis August/September. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch, fünfzählig und Samen reifen von Juli bis August.

Diese Staude ist für leichte (sandige), mittelschwere (lehmige) und schwere (tonige) Böden geeignet. Sie bevorzugt fruchtbaren, nährstoffreichen und durchlässigen Boden, kann aber auch in schweren Tonböden wachsen, wenn Staunässe vermieden wird. Feuchte bis frische Böden sind ideal, gut etablierte Pflanzen können aber auch etwas Trockenheit vertragen. Sie ist bis etwa -15 Grad winterhart. Es empfiehlt sich in kalten Wintern um die Wurzeln mit Reisig oder Laub zu mulchen. Zudem sollte die Pflanze vor Winternässe geschützt werden, Staunässe schadet ihr. Die Ochsenzunge kann auf leicht sauren, neutralen und basischen Böden gedeihen. Sie ist sehr lichtliebend und bevorzugt einen sonnigen Standort. Lichter Halbschatten genügt auch, wenn der Platz für ein paar Stunden am Tag Sonne bietet.

Die Pflanzen können von März bis November gepflanzt werden. Die Ochsenzunge eignet sich sehr gut zur Gruppenbepflanzung, in gemischten Staudenbeeten, im Steingarten, in oder auf einer Steinmauer, als Bienenweide für naturnahe Gärten und Freiflächen. Der Abstand beim Pflanzen sollte circa 55 cm betragen.

Die Pflanzen sind eher kurzlebige Stauden, können im Hebst und Winter aber durch Wurzelstecklinge vermehrt oder im Frühjahr geteilt und an andere Orte im Garten verteilt werden. Die Große Ochsenzunge sät sich jedoch auch gerne selbst aus und kann sich unter den für sie passenden Bedingungen (durchlässiger, feuchter und fruchtbarer Boden; sonniger Standort) von selbst im Garten ausbreiten. Falls dies nicht erwünscht ist, hilft das Entfernen der Blütenköpfe das Aussamen zu verhindern und die Blütezeit zu verlängern. Auf einen Rückschnitt der Pflanzen kann bis zum Frühjahr verzichtet werden, sie ziehen sich im Spätherbst in den Boden zurück. Zudem bieten Samen und Stängel noch Nahrung und Habitat für Vögel und Insekten über den Herbst und Winter. Eventuell ist ein Anbinden notwendig, wenn die Stauden sehr hoch werden. Gießen kann den Ochsenzungen helfen sich zu etablieren. Am besten seltener, aber dafür gründlich und durchdringend gießen. Dadurch werden die Pflanzenwurzeln angeregt auch in tiefere Bodenschichten vorzudringen und überstehen so Trockenperioden besser.