Kardone - Cynara cardunculus

Die Kardone, auch Cardy genannt, ist ein Vorfahr der Artischocke. Er ist eine große graugrüne und robuste mediterrane Distel mit sehr großen Blättern und langen, aufrechten Blütenständen. Die Pflanze wird bis zu 80 cm hoch und 50–100 cm breit, während der Blütezeit jedoch bis zu 2 m hoch. Die Kardone ist etwas winterhärter als die Artischocke. Sie kann auch in Mitteleuropa gut überwintern, solange der Boden nicht zu nass ist.

Die Blattstängel können im Herbst geerntet, gekocht, geschält und dann gegessen werden. Der Geschmack ähnelt einem leicht bitteren Sellerie und auch dem Geschmack von Artischocken. Durch das Blanchieren der Blätter, geht die Bitterkeit größtenteils verloren. Dafür werden die Blätter ab August zusammengebunden und mit dunklem Material (zB. Vlies oder Pappe) abgedeckt, sodass nur noch die oberen Blattspitzen Sonnenlicht erhalten. Ansonsten können auch stets nur die äußeren Blattstiele geerntet werden. Möglichst frisch verwerten, da sie nicht lange lagerfähig sind.

Die Blüten sind kleiner als die der nahe verwandten Artischocke, können jedoch auf dieselbe Art und Weise verwendet werden. Die Samen können gepresst und ähnlich wie Sonnenblumenöl verwendet werden. Auch die Wurzeln sind essbar. Sie haben einen ähnlichen Geschmack wie Pastinaken.

Kardone bevorzugen einen gut durchlässigen Boden. Sie wachsen am besten in voller Sonne bis leichten Schatten und an einem geschützten Standort, um sie vor kalten Winden zu schützen. Sie ist winterhart bis Zone 7 (etwa -15 °C). Staunässe im Boden verträgt sie nicht, allerdings braucht sie genügend Feuchtigkeit während der gesamten Vegetationsperiode. Im ersten Jahr sollten alle Blütenstände vorzeitig entfernt werden, um die Energie der Pflanze auf die Wurzeln zu konzentrieren. Wenn sich die Pflanze sehr kräftig entwickelt hat, können einzelne Blattstängel bereits geerntet werden.

Die Kardone kann durch Samen vermehrt werden. Viele Sorten werden auch im Frühling durch Teilung vermehrt (Wurzelschösslinge).