Duftveilchen – Viola odorata

Das 5 – 15 cm hochwachsende Duftveilchen wird zurecht in vielen Liedern und Geschichten verehrt und war seit jeher bei vielen Dichtern sehr beliebt. Wenn es im März bis April seine strahlend blauvioletten Blüten emporreckt, kann man nicht nur den fröhlichen Anblick genießen. Auch duftet dieses Veilchen betörend. Im Blumenstrauß verströmt es einen lieblich süßlichen Duft im Raum. Als einheimisches Wildkraut hat das Duftveilchen auch einen hohen ökologischen Wert. So ist es Nahrungsquelle für heimische Wildbienen und andere bestäubende Insekten. Natürlicherweise kommt es an leicht feuchten Stellen an Hecken, Wegrändern und Gebüschen vor. An solchen Orten fühlt es sich auch in Deinem Garten oder Agroforstsystem wohl und kann hier dichte Teppiche bilden. Dort können wir es dann ernten, um von seinem kulinarischen Wert und seinen Heilwirkungen zu profitieren.

Das Duftveilchen ist eine der besten Salatpflanzen. Verwendet werden können die Blätter und die Blüten. Zum einen sind sie sehr ertragreich und zum anderen können sie sogar im Winter trotz Frost geerntet werden. Ihre Blätter schmecken mild und haben eine angenehme Textur. Auch die Blüten können von März bis April im Salat verwendet werden. Zu einer Jahreszeit, wo sonst noch nicht viel wäschst. Das Aroma der Blüten kann man als leicht herb beschreiben, wobei der betörende Duft sich auch auf der Zunge als einmaliges Geschmackserlebnis offenbart. Sie sind eine schöne Zierde auf jedem Salat oder Dessert.
Auch in gekochten Gerichten kann das Duftveilchen einen Beitrag leisten. So sind die Blätter ähnlich wie Spinat zu verwenden. In Suppen werden die Blätter gerne zugesetzt, um sie anzudicken.

Als Heilkraut hat das Duftveilchen schon eine lange Tradition und wird noch heute wegen seiner Inhaltsstoffe in großem Stil angebaut. Nicht nur Hildegard von Bingen verwendete es als wirksame Arznei, bereits bei den alten Römern war es fester Bestandteil des allgemeinen Heilwissens. So wurde und wird es bei Kopfschmerzen verabreicht. Früher war es ein beliebtes „Katermittel“. Außerdem wirkt es unterstützend bei grippalen Infekten, besonders bei Husten, Heiserkeit und chronischer Bronchitis. Hildegard von Bingen verwendete es außerdem bei Augenleiden. Gesammelt werden vor allem die Blüten und Blätter, aber auch die Wurzel. Die Wurzeln stecken ebenfalls voller wertvoller Inhaltsstoffe und können als Tee zubereitet werden.

Das Duftveilchen fühlt sich sowohl in der Sonne, im Halbschatten aber auch im vollen Schatten sehr wohl. Idealerweise ist der Boden leicht feucht oder der Standort weist eine hohe Luftfeuchtigkeit auf. Es kommt sowohl mit leichten, sandigen als auch mit schweren, lehmigen Böden gut zurecht, solange der Boden frisch und humusreich ist. Mäßig nährstoffreiche Erde wird gut vertragen. Nährstoffreiche Erde wirkt sich positiv auf das Pflanzenwachstum aus, ist aber nicht zwingend für das Gedeihen notwendig. Gegenüber dem pH-Wert besitzt das Duftveilchen keine besonderen Ansprüche. Auch saure Standorte zum Beispiel unter Nadelbäumen werden gut vertragen. Das Duftveilchen eignet sich durch seine hohe Schattenverträglichkeit ideal zur Unterpflanzung von Bäumen oder Büschen. Hier sind durch das feuchtere Klima auch ihre Ansprüche an die Wasserverfügbarkeit erfüllt.
Es bildet gerne Ausläufer und bildet hierdurch und durch die Selbstaussaat gerne große, dichte Bestände. Hierüber freut sich auch der Kaisermantel, ein orange-schwarzgefärbter Falter, der auf die Blätter des Duftveilchens als Nahrungsquelle angewiesen ist. Das Duftveilchen gibt in vielen verschiedenen Sorten zu kaufen, wobei die Blütenfarbe teils mehr ins Blaue und teils mehr ins Violette geht. Es ist ein treuer, wertvoller Begleiter in jeder Art von Garten oder Agroforstsystem.